Jasmin Diving Center, Hurghada (2000)

 

Ein Bericht aus September 2000.

Das Jasmin Diving Center befindet sich seit 1987 im Jasmine Village und wird - mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 2005 - genauso lange durch die Gründerin Monika Wiget betrieben. Anfang 2009 wechselte die Basis vom Jasmine Village in ein anderes Hotel. Keine schlechte Entscheidung beim Blick auf Alter zu Zustand des ursprünglichen Standorts. Hier ist noch die alte Basis im Jasmine Village beschrieben.

Organisation 

Im Jasmin Diving Center gibt es klar definierte Tauchregeln und Limits (Dauer, Tiefen), auf die auch recht genau geachtet wird. Wer sich an so etwas stört, darf die Basis getrost aus der Liste seiner möglichen Ziele streichen. Alle anderen könnten hier zufrieden sein, wenn da nicht ein paar Details wären.

Das Verhältnis zwischen dem Raum, den die Basis einnimmt und der Anzahl der Gäste, die unterzubringen sind, ist zumindest in der Hochsaison unbefriedigend. Im September waren schon mal 150 Taucher zur gleichen Zeit auf 9 Boote zu verteilen.

Gleichzeitig jedoch ist die Organisation, gemessen an dem, was es sonst so in Ägypten zu erleben gibt, nahezu militärisch straff. Nachdem man sich morgens bei der Basis gemeldet hat und sein Boot erfahren hat, packt man sein Gerödel zusammen und stellt es auf die richtige zum Boot gehörende Bank. Nach einiger Zeit trommelt der Guide die Gäste des Bootes zusammen, man trifft sich an der großen Riffkarte und einigt sich auf zwei Ziele. Diese werden auf einer Tafel vermerkt, dann wird das Tauchgepäck auf einen Pickup verladen und zum Anleger transportiert. An Bord sind bereits Flaschen und Blei verfügbar, so dass nur noch das Gepäck drauf muss, dann geht es los.

Tauchen 

Der erste Tauchgang ist immer ein Checktauchgang. In meinem Fall war das so, dass einfach ohne weitere Übungen ein Tauchgang in Begleitung mit dem Guide gemacht wurde. Hinterher gab es dann das Einverständnis für künftige Tauchgänge ohne Aufsicht durch die Basis. Für diesen „Check-Dive“ wurde entgegen der häufig anzutreffenden Praxis kein Aufschlag in Rechnung gestellt.

An einem Tag kamen wir einmal nicht mit dem Boot zurück, angeblich war das Ruder ausgefallen. Ein anderes Boot der Basis, dass an einem naheliegenden Riff war, holte uns ab: Beide Boote wurden mit Seilen zusammengebunden, dann wurden wir zur Basis geschleppt. Genauso zusammengebunden wurde das Boot in die Anlegeposition manövriert. Irgend jemand hatte beobachtet, dass am Riff vom Boot Öl ins Wasser gelangte, als die Crew versuchte, das Boot zu reparieren. Am nächsten Morgen wurde Monika dazu befragt. Die Antwort war kurz, aber unmissverständlich: „Ich habe das Problem auf meine Art gelöst“.

Ein Jahr zuvor, mein erstes Jahr zum Tauchen in Ägypten, hatte ich das Barakuda - Tauchcenter im Hotel Menavilla in Safaga kennengelernt und war begeistert. Trotz der Größe hat die Basis einen sehr freundlichen und familiären Charakter. Letzterer fehlt im Jasmin Diving Center völlig. Wenngleich es insgesamt ein gelungener Tauchurlaub war, so kam immer wieder der Eindruck an, dass die Mitarbeiter unter erheblichem Druck standen. Die Stimmung war einfach nicht wirklich gelassen, sondern mitunter angespannt und geradezu unfreundlich. So etwas findet sich dann auch schnell in der Stimmung beim Tauchen wieder - Tauchgenussurlaube sind anders. So ganz verständlich sind die zahlreichen Jubelberichte auf z.B. taucher.net für mich nicht.

Fazit

Inzwischen (2008) sind das Jasmin Village und umgebende Hotels fest in osteuropäischer Hand und können nur noch eine sehr bedingte Empfehlung darstellen.