| Diving Center Werner Lau, Vilamendhoo (2006) |
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Ein Bericht aus September 2006, quasi "kurz vor Toreschluss" - im Zuge eines Managementwechsels des Hotels hat auch die angeschlossene Basis einen neuen Betreiber. Vilamendhoo wird seit Anfang 2007 unter der Regie der Euro-Divers betrieben. Dieser Bericht beschreibt noch das Angebot des vorherigen Basisbetreibers. Buchung und Check-InDie damalige Website stellte detailliert die Basen, Inseln, Mitarbeiter und Tauchplätze vor. Die Informationsfülle bis hin zu Skizzen jedes (!) einzelnen Tauchplatzes war bemerkenswert und nach meinem Kenntnisstand fast ohne Konkurrenz. Mailanfragen wurden zügig beantwortet und die Buchung von Tauchpaketen konnte unkompliziert erfolgen. Während vor Ort in US$ abgerechnet wurde - dazu später mehr - erfolgt die Paketabrechnung freilich in Euro mit einem in Abhängigkeit vom Wechselkurs mehr oder minder starken Preisvorteil. Soweit die Vorbereitung. Auf der Basis wird deutsch und englisch gesprochen, die Leitung selbst ist in deutschsprachiger Hand. Die meisten Mitarbeiter sprechen mindestens diese zwei Sprachen, einige Guides allerdings auch nur englisch. Das Publikum ist international mit einem Schwerpunkt - wen überrascht es - aus deutschsprachigen Ländern. Der Check-In auf der Tauchbasis ist erfreulich unkompliziert gehalten: Ein Formular mit den persönlichen Angaben ist auszufüllen. Es ist gleichzeitig Abrechnungsgrundlage und enthält die üblichen Gesundheitsangaben. Die juristisch umstrittene Haftungsfreistellungserklärung von PADI, die auf vielen Basen gerne eingesetzt wird, ist hier nicht zu finden. Man setzt auf eigene Formulierungen. Im Anschluss an den Papierkram folgt ein umfassendes Basisbriefing, in dem Räumlichkeiten und Gepflogenheiten dargestellt werden. Die BasisZu Beginn gibt es einen Korb für das eigene Equipment, die benötigte Bleimenge und ggfls. nötige Leihausrüstung. Für diese Ausrüstung ist ein Trockenraum für den Korb mit Kleinteilen und ein Bereich für Anzüge und Jackets vorhanden. Letzterer ist leider offen und frei zugänglich errichtet, optimal wäre ein Trockenraum mit entsprechender Ventilation. Drei Spülbecken, eines davon nur für Automaten und Kameras, werden zweimal täglich mit Frischwasser gefüllt. Eine Frischwasserdusche ergänzt die Spülmöglichkeiten um jene für den persönlichen Bedarf. Stichwort persönlicher Bedarf: Eine Druckausgleichstation für den Harndrang gibt es nicht, sie befindet sich etwas entfernt beim Hauptrestaurant. CheckdiveObligatorisch für jeden neuen Gast ist ein Checkdive. In zwei Übungen will sich ein Tauchlehrer dabei von einem Teil der Kenntnisse des Tauchers überzeugen. Im Mittelpunkt steht eine Kontrolle der Bleimenge und Tarierungsfähigkeiten. Diese Sorgfalt gibt es nicht auf allen Basen, habe ich doch häufig das Prinzip erlebt, dass man Leute einfach nur genug mit Gewichten beschwert, um sie irgendwie runter zu bekommen. HausrifftauchenMehrere Tafeln informieren über das Tagesangebot für Bootsfahrten sowie das Hausriff. Eine Inselskizze mit der Bezeichnung der Ein- und Ausstiege hilft bei der Orientierung. Vilamendhoo liegt nahe man Kanaleingang in das Ari-Atoll, am Hausriff der rund 90x200 Meter großen Insel ist also stets mit zum Teil erheblichen Strömungen zu rechnen. Ein Hinweis auf den Zeitpunkt von Niedrig- und Hochwasser erlaubt die Planung bereits vor dem Tauchgang, da sich hieraus zuverlässig die Strömungsrichtung ableiten lässt. BootstauchgängeBootsfahrten zu fünf bis 60 Minuten entfernten Tauchplätzen werden täglich um 9:00 und 14:30 Uhr angeboten. Zur Teilnahme trägt man sich einfach in eine Liste ein, die am frühen Nachmittag des Vortages ausgehängt wird. Je nach Nachfrage wird mit bis zu fünf Booten gearbeitet, die alle unterschiedliche, vorher bekannt gegebene Ziele ansteuern. Eine halbe Stunde vor der Abfahrt stellt man seine Ausrüstungkiste, versehen mit einer Tafel mit der Bootsnummer, auf einem Wagen bereit. Den Rest erledigt die Crew, man muss nur noch sich und sein Blei zum Boot schleppen. Auf dem Boot steht dann die Ausrüstung samt Flaschen bereit. Nach dem Zusammenbau gibt es unterwegs das Briefing und die Buddy-Teams werden festgelegt. Auch hier eigenverantwortliches Tauchen erwartet - Rudeltauchen ("alle dem Guide hinterher") ist nicht üblich. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten werden Anfänger mit weniger als 40 Tauchgängen immer vom Guide begleitet, weiterhin ist eine Signalboje für jeden Taucher Pflicht. Regeln, die definitiv sinnvoll sind; wobei eine Boje bei Tauchgängen im Meer eigentlich zum guten Standard gehören sollte. Malediven für Anfänger?Warmes, türkis-blaues Meer - ruhig und mit enormen Sichtweiten. Das ist es, was man der Werbung nach das ganze Jahr über auf den Malediven finden kann. Ideal, um den Einstieg in den Tauchsport zu finden. Oder nicht? Abrechnung... MhÜberteuert. Diese Beschreibung trifft das gesamte Preisgefüge am ehesten. Der Vor-Ort-Preis eines Tauchgangs beträgt 45 US$ (10/2006), hinzu kommen 10 US$ für die Bootsfahrt, 0,50 US$ für den sog. Tankservice (ein offen ausgewiesenes Trinkgeld für den Transport der Flaschen durch die Kompressor-Crew) und ggfls. weitere Preisaufschläge für begleitete Tauchgänge (Taucher auf dem Boot unter 40 Tauchgänge) und Ausrüstungsverleih. Ein paar Besonderheiten seien noch herausgestellt: Abgerechnet wird zum Ende des Tauchurlaubs, die Basis sucht dann das günstigste Paket heraus. Zunächst erscheint dies besser, als die Karibik-Methode der Vorkasse, es besteht aber die Gefahr, einen Überblick über die Kosten zu verlieren, wenn man erst im "Tauchrausch" ist. Ein bisschen eigene Buchführung hilft. |