Fuerteventura

Tauchgänge im April 2001

Costa Calma 

Tauchen an der Küste von Fuerteventura, geht das wirklich? Macht das Sinn? Sicher eine häufig gestellte Frage. Meist fällt einem da das Muränenriff vor Jandia ein, und das war es dann. Doch es gibt durchaus mehr zu sehen, wobei man immer bedenken sollte, das der Atlantik nicht mit dem Roten Meer oder dem indischen Ozean zu vergleichen ist. Die meisten Tauchplätze führen demnach zu Sandgründen oder Seegraswiesen (mit vielen kleineren Tieren) und nur vereinzelten Felsansammlungen. Tauchen bei Sandgründen im Atlantik heißt auch immer wieder auf (Blaupunkt-) Rochen zu stoßen.

Tritonsberg

Nahe der Küste, je nach Wellengang in 10-25 Minuten Schlauchbootfahrt zu erreichen. Tiefe zwischen 10 und 15 Metern. Zur einen Seite die felsige Küste, zur anderen Sandgrund. Häufig Rochen, Nacktschnecken, Garnelen. An der felsigen Küste findet man unter Wasser mitunter die namensgebende Schecke.

Fischfabrik

An der Küste steht eine alte, stillgelegte Fischfabrik, von dort geht eine nicht mehr benutze Ansaugrohrleitung ins Meer. An dieser Stelle wird geankert. Hier trafen wir auf einen relativ standorttreuen, durch einen Angelhaken verletzten Zackenbarsch. Tiefe zwischen 6 und 8 Metern. Ansonsten ein recht uninteressanter Platz.

Reifen

Die Basis, bei der ich tauchte, war der Meinung, dass das Gebiet arm an guten Plätzen ist. Also musste man irgendwie eine Attraktion für Taucher schaffen – so haben die Basisbetreiber vor einiger Zeit große LKW-Reifen an dieser Stelle im Meer versenkt und am Grund auf ca. 18 Metern befestigt. Inzwischen dient dieser Platz als Versteck vieler Fische. Eine besondere Überraschung war bei einem Tauchgang an diesem Platz ein riesiger dichter Schwarm von 400 – 500 Makrelen.

Ruderbootwrack „Fatima“

Ein kleines Boot, dass einmal marokkanischen Flüchtlingen als Transport nach Fuerteventura diente, wurde nahe der Küste in sechs Metern Tiefe versenkt. Es ist nach nur 2 Minuten Schlauchbootfahrt zu erreichen und wird von der Basis auch gerne als "Hausriff" bezeichnet. So zumindest präsentierte sich uns der Platz im April 2001. Im Winter 2003 hat ein Sturm dann das Wrack endgültig zerlegt.

Jandia

Großes Muränenriff

Ich betauchte das Muränenriff im April 2001 mit der Crew der Basis Poseidons Dive Inn in Costa Calma (nunmehr: fuertedivers). Simona und Kay, die Basisinhaber, waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange am Ort, so daß man mit den Angeboten noch experimentierte. Die Fahrt zum Muränenriff wurde während meines Aufenthalts das erste Mal angeboten, spätere Modifikationen sind wahrscheinlich.

Um 8 Uhr morgens traf man sich an der Basis, machte die Ausrüstung fertig und fuhr mit dem Schlauchboot entlang der Küste runter bis Jandia. Die Fahrt dauerte hin rund 50 Minuten, zurück aufgrund deutlich stärkerem Wellengang zwanzig Minuten länger. Neben der eigenen Ausrüstung befand sich für jeden Gast eine zweite Flasche an Bord, außerdem ein Notfallkoffer, Sauerstoff und ein Mobiltelefon.

Dank der frühen Ausfahrt waren wir die ersten am Muränenriff. Nach einer halbstündigen Oberflächenpause waren die anderen Basen inzwischen auch da und es wurde merklich voller. Der Tauchplatz selbst ist sicher einer der besten von Fuerteventura. Bereits auf dem Riffdach, je nach Wasserstand in 16 bis 18 Metern Tiefe, gibt es viel zu sehen. Und die Steilhänge des Riffs sind auch in den oberen Bereichen faszinierend.
Der ganze Ausflug dauerte mit Vorbereitung, Bootsfahrt, 2 Tauchgängen und Oberflächenpause einen guten halben Tag, zur Mittagszeit waren wir wieder am Hotel.

Überlegungen zur Sicherheit

Bei dem hier beschriebenen Ablauf hat sich folgendes Tauchprofil ergeben:

  • Tauchgang Nr. 1: Tiefe: 19 Meter. Dauer: 37 Minuten
  • Oberflächenpause: 30 Minuten
  • Tauchgang Nr. 2: Tiefe: 20 Meter. Dauer: 34 Minuten.

Hierzu muss erläutert werden, dass der Tauchgang im wesentlichen auf dem angegebenen Tiefenniveau verlief und kein Multileveltauchgang war. Versuchen Sie einmal, das Tauchprofil mit einer Tabelle gleich welchem Verbands nachzurechnen. Sie werden feststellen, dass das nicht möglich ist und die Tauchgänge weit jenseits der Grenzen liegen, die die Verbände als sichere Sporttauchgänge empfehlen (Grundlage: PADI Recreational Dive Planner und Deko2000 des VDST). So schön das Muränenriff ist - mit diesem Ablauf ist die Tour nicht empfehlenswert. Insgesamt ein schönes Beispiel dafür, sich nicht ausschließlich auf die Planung der Basis zu verlassen.