Cenoten 2010

Tauchgänge im Oktober 2010

Wer einen Blick auf eine Karte wirft, sucht auf der Halbinsel Yucatan vergeblich Flüsse. Dies liegt daran, dass diese Halbinsel im wesentlichen aus Kalkstein besteht und das Wasser durch diesen Stein zügig durchsickert, wobei es gründlich gefiltert wird. Unter der Kalksteinschicht bilden sich dann zahllose unterirdische Flussläufe. An einigen Stellen ist der Erdboden weggebrochen, so dass man hier diese Flüsse sehen kann. Diese kleinen Seen und die sich anschließenden Flussläufe nennt man Cenoten. Das Wasser in den Cenoten ist mit ca. 25 Grad Celsius überraschend warm.

 

Tauchen in den Cenoten - Methode Dressel Divers

Die "Methode Scuba Caribe" hatte ich hier schon 2005 beschrieben. Wie läuft das Cenoten-Tauchen bei der Basis der Dressel Divers aus dem Barcelo Maya - resort in Puerto Aventuras? Nun, auch hier trifft man sich am Morgen, packt das Gerödel zusammen und fähr tin Minibussen zu den Cenoten. Das spezielle Briefing für die Tauchgänge gibt es hier schon unterwegs, üblicherweise in englisch und unabhängig davon, ob man eine ode rmehrere Touren mitmacht, auch immer wieder. Dressel Divers machen zwei tauchgänge, meist bei einem cenoten-System, wobei unterschiedliche Routen gewählt werden. Zwischen beiden Tauchgängen liegt nur eine kurze Pause von maximal 30 Minuten, ausreichend für ein Getränk, das Umbauen des Gerätes oder eine Pause im Busch... Direkt danach geht es zum Resort zurück, so dass es sich insgesamt um eine kompakte Halbtagestour handelt.

Briefing und Sicherheit

Zum einen wurde gutes visuelles Material eingesetzt, um besondere Zeichen und Tauchtechniken zu verdeutlichen. Zu erwähnen sei hier insbesondere der Hinweis, wie man mit gezielter Schwimmtechnik und dem richtigen Einsatz der Flossen das Aufwirbeln von Sedimenten vermeidet.

Im Gegensatz zu den Tauchgängen an lokalen Plätzen, bei denen Taucher auch gerne mal überbleit ins Wasser geworfen wurden, wurde hier ein gezielter Check vorgenommen. Zur Erhöhung der Sicherheit zählten diese Tauchgänge (nach PADI-Definition) nicht als Höhlentauchgang, sondern als Grottentauchgang, d.h. man entfernte sich nicht mehr als 60 Meter von der Einstiegsstelle. Nach diesem Punkt waren im Höhlensystem auch unmissverständliche Warntafeln angebracht.

Jeder Taucher wurde mit Lampe und 12l-Flasche ausgestattet, der Guide tauchte mit einer Doppel-12er-Flasche. Ferner wurde vereinbart, dass die Rückkehr spätestens dann erfolgen würde, wenn der erste Taucher ein Drittel seines Flascheninhaltes verbraucht hätte. Beim Check im Wasser wurde mit jedem einzelnen abgesprochen, welcher individuellen bar- oder psi-Marke dies entspricht.

Bei den ausgewählten Cenoten handelt es sich um solche, die täglich betaucht werden und entsprechend gut präpariert sind. An beiden Tauchplätzen weisen Markierungsleinen mit Pfeilen den richtigen Weg.

 

Die Tauchplätze

Cenote Kukulkan

Das große Cenoten-System "Chac Mool" hat verschiendene Zugänge. So führt der erste Zugang über die Cenote Kukulkan zu einem Tauchgang entlang des Randes einer großen Grotte. Er beginnt im Bereich von vier Metern Tiefe, führt auf maximal 15 Meter Tiefe hinab und hat einige Abschnitte, bei denen der "Halocline"-Effekt besonders massiv auftritt: Hier vermischen sich Süßwasser- und Salzwasserschichten, was zu einem Blick wie nach viel zu vielen Litern Cocktail führt. Alles ist verschwommen. Dieser Effekt ist ein sicheres Zeichen, dass das Höhlensystem irgendwo Verbindung zum Ozean haben muss. Das aber ist für den Normaltouristen nicht zu betauchen.

Cenote Chac Mool

Gleicher Tauchplatz wie bei der Cenote Kukulkan, da beide Spots zum gleichen Höhlensystem, Chac Mool genannt, gehören. Dies hier ist der Tauchgang in der Haupthöhle. Der Einstieg führt über eien schmale, in Fels gehauene Treppe zu einer kleinen Plattform. Von dort führt ein ausgeleinter Rundkurs durch das Höhlensystem. Der "Halocline"-Effekt ist hier nicht so sehr ausgeprägt. Als Highlight gibt es (je nach Tauchrichtung) kurz vor dem Ende oder ganz am Anfang einen sogenannten Air Dome. Dabei handelt es sich um einen Teil der Grotte, der eine Öffnung zur Oberfläche hat. Hier kann man auftauchen und Frischluft atmen. Der Dschungel hat das mystische Loch überwuchert. Fledermäuse bewohnen die Decke. Wurzeln von großen Bäumen ragen von oben in die Höhle. Das gibt es schon nur in Abenteuerfilmen.

Cenote Taj Mahal

Der Zugang zu dieser Cenote führte über eine enge, steile Treppe, so dass beim Ausrüstungsschleppen einige Vorsicht angebracht war. Hier war nur eine kleine Öffnung vorhanden, durch die es in ein Tunnelsystem ging, welches drei zum Teil komplett unterirdisch liegende Cenoten miteinander verbindet. Zahlreiche Tropfsteine und auch hier wieder faszinierende Lichteffekte durch das spärlich eindringende Tageslicht machten diesen Tauchgang zu einem ungewöhnlichen und einmaligen Erlebnis. In einer der unterirdischen Höhlen steht das Wasser nicht bis zur Höhlendecke. Hier konnten wir auftauchen und zahllose Fledermäuse an der Höhlendecke beobachten. In dieser Cenote ist zwar nur eine Route ausgeleint, doch unser Guide hatte für den zweiten Tauchgang dann einen eigenen Kurs eingeschlagen und die obligatorische Leine gelegt. Diese wurde nach dem Tauchgang natürlich wieder eingesammelt.

Cenote Dos Ojos

Knapp einen Kilometer von Tulum und 48 Kilometer von Playa del Carmen entfernt weisen Hinweistafeln am Straßenrand auf diese Cenote hin. Eine Dschungelstraße führt zu einem großen Parkplatz - hier herrscht viel Tauchbetrieb. Kein Wunde,r es ist eine der besten Cenoten.

"Dos Ojos" bedeutet soviel wie "Die zwei Augen". Damit ist die Struktur auch schon beschrieben. Die unterirdischen Tunnel verbinden eine reihe von Öffnungen, die wie zwei große Augen erscheinen. Eine Leine führt vom Einstieg im flachen Bereich (3-7 Meter) durch das System mit zahlreichen Tropfsteinen. Eine zweite Linie weißt den Weg in die Fledermaushöhle "Dos Ojos Bat Cave", dieser Tauchgang ist jener, der durch den dunkleren Teil des Tunnelsystems mit weniger Lichtöffnungen zur Oberfläche führt.

In "Dos Ojos" gibt es im übrigen auch ein Krokodil! Mehr dazu bei den Fotosammlungen. Das Krodokil hatte ich schon 2005 entdeckt. Es lebt dort im Jahr 2010 immer noch am gleichen Platz und ist ausgesprochen standorttreu. Um dorthin zu gelangen, folgt man dem Guide auf der "Barbie-Line" durch das Höhlensystem.